TöpfchenTeamwork aka Windelfrei – dein Baby zeigt dir, wann es muss!

Gast-Beitrag von Dr. Britta Alps 

Wie oft hast du schon ein Baby ohne Windel am Po gesehen? Höchstens auf dem Wickeltisch? Ansonsten sind unsere kleinen Wunder meist untenrum gut verpackt. Aber: Babys werden ja nicht mit Windel am Popo geboren! Wie also hat es sich die Natur eigentlich mit den Ausscheidungen unserer Kleinsten gedacht? Wenn wir den Blick etwas schweifen lassen, sehen wir, dass über 75% der Babys weltweit tatsächlich gar keine Windel (Einwegwindel) kennen – wie läuft es denn da?

Die meisten Eltern erfahren es ganz von selbst, bzw. ihr Baby zeigt ihnen wie es geht: Hast du es auch schon einmal erlebt, dass dein Baby beim Öffnen der Windel auf dem Wickeltisch plötzlich los pullert? Genau da zeigt das Baby, dass es am liebsten frei ausscheiden möchte, um nicht das eigene Nest zu beschmutzen. Denn das wäre für ein Baby in der Steinzeit schnell gefährlich geworden – locken doch Ausscheidungsdüfte leicht wilde Tiere an.

Töpfchen Teamwork Buxen von Dachskind

Aber kann mein Baby sich dessen überhaupt bewusst sein und seine Ausscheidungen derart steuern?

Ja! Tatsächlich zeigen Studien, dass Babys von Geburt an eine gewisse Kontrolle über ihre Ausscheidungen haben (siehe dazu z.B. Yeung et al., 1995). Dein Baby ist super kompetent darin, alle seine Bedürfnisse zu bemerken und zu kommunizieren. Genauso wie sie uns Zeichen für Hunger, Müdigkeit, Wunsch nach Nähe, Wärme, Ruhe oder Spiel und Spaß senden, geben sie auch Bescheid, wenn sie mal müssen. Binden wir unseren Babys allerdings gleich nach der Geburt eine Windel um, lassen wir dieses Bedürfnis in unserer Kommunikation außer Acht und beschränken uns auf das regelmäßige Windeln wechseln. Darauf reagiert wiederum das Baby, indem es die Kommunikation über die Ausscheidungen einstellt, sich an die Windel als mobiles Klo gewöhnt und schließlich einfach laufen lässt. Die sensible Phase für den Einstieg in diese Kommunikation besteht über die ersten drei Lebensmonate. Danach verlieren sich langsam die Signale des Babys, wenn sie nicht beachtet werden. Das heißt aber nicht, dass eine Wiederaufnahme der Kommunikation in späteren Monaten nicht möglich ist, es braucht halt vielleicht ein bisschen länger, bis ihr ein eingespieltes Team werdet.

In den letzten zehn Jahren etwa hat sich für diese Art der Ausscheidungskommunikation im deutschsprachigen Raum der Begriff „Windelfrei“ etabliert. Wobei der Begriff in keinster Weise wörtlich genommen werden braucht, Windeln jeglicher Art werden auch bei diesem TöpfchenTeamwork verwendet, nur eben nicht als dauerhaft mobiles Klo, sondern als Backup. Schließlich geht es nicht darum, jedes Pipi und jedes große Geschäft ins Töpfchen zu bekommen. Es geht übrigens auch nicht darum, Druck aufzubauen oder möglichst früh ein Töpfchetraining zu beginnen. Es geht darum, das Bedürfnis der Kleinen wahrzunehmen und darüber in Kommunikation zu gehen. So werden sie von Geburt an in ihrem Körpergefühl bestätigt und können schon früh Selbstbestimmtheit erfahren. Und das TöpfchenTeamwork bietet so viel Positives für alle Beteiligten:

 

    • TöpfchenTeamwork stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Baby, da ihr noch intensiver miteinander kommuniziert (teilweise sagt dir deine Intuition, dass dein Baby mal muss und du hältst es kurz ab!).
    • Dein Baby bekommt eine Rückmeldung zu seiner Kommunikation und seinem Körpergefühl und nimmt sich als kompetent und gesehen wahr.
    • Du brauchst deutlich weniger Windeln bzw. bei Stoffwindeln deutlich weniger waschen --> dadurch tust du der Umwelt einen riesen Gefallen und auch dir selbst, da du bares Geld sparst! 
    • Wahrscheinlich hast du auch schon festgestellt, dass dein Baby ohne Windel am bewegungsfreudigsten ist. Dank TöpfchenTeamwork kannst du diese windelfreien Zeiten immer weiter ausbauen, ein großer Gewinn für dein Baby!
    • TöpfchenTeamwork reduziert das Auftreten von Harnwegsinfekten, da die Babys schneller lernen, ihre Blase komplett zu leeren
    • Dank TöpfchenTeamwork hat dein Baby viel mehr windelfreie Zeit, das beugt Windeldermatitis vor! 
    • Durchs TöpfchenTeamwork kannst du deinem Baby helfen, eine geregelte Verdauung zu entwickeln und so Koliken verringern.
    • Durch TöpfchenTeamwork erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby innerhalb der ersten beiden Lebensjahre (nachts) trocken ist. 

Detail Bild Midi Dachs Größe

Wie fange ich an?

Wenn du jetzt mit deinem Baby ins TöpfchenTeamwork einsteigen möchtest, braucht es eigentlich keine besondere Vorbereitung. Wenn du magst, starte schon im Wochenbett damit, dein Baby auch unter diesem Aspekt zu beachten und lerne seine Signale kennen. Wie diese genau ausschauen, ist bei jedem Baby individuell – Unruhe, An/Abdocken beim Trinken, Ruhe, ein bestimmter Blick, Laut, eine Bewegung, nicht in die Trage wollen, in eine ruhige Ecke Krabbeln, vom Schoß runter wollen, unruhiger Schlaf - alles ist möglich und du darfst dich ganz auf dein Baby einlassen und schauen, wie es mit dir in Kommunikation tritt. Hilfreich ist es dabei, wenn du auch zeitnah mitbekommst, dass dein Baby pullert oder sein großes Geschäft erledigt, allzu viele dichte Schichten solltest du also nicht um den Po deines Babys wickeln, damit du auch mitbekommst, wenn etwas passiert. Hierfür eigenen sich Mullwindeln ganz hervorragend. Sie saugen alles auf und gleichzeitig merkst du, wenn es nass wird. Diese Nässerückmeldung ist übrigens auch für dein Baby eine große Hilfe, um sein Körpergefühl zu behalten – Einwegwindeln, die dank Superabsorbern sofort alle Feuchtigkeit wegsaugen, geben dem Baby nicht mehr die Möglichkeit, das eigene Urinieren mit einer nassen Hose/Windel zu verknüpfen.

Dankbar und hilfreich ist es, sich am Anfang in sogenannten Standartsituationen an das TöpfchenTeamwork heranzutasten. Auch wir Großen gehen zum Beispiel vor und nach dem Einschlafen erstmal zum Klo, auch nach dem Essen haben wir öfter mal ein dringendes Bedürfnis und genauso ist es bei unseren kleinen Menschen auch. Der beste Zeitpunkt, um zu starten, ist das Abhalten nach dem Schlafen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby hier muss ist sehr groß und du kannst ihm leicht erklären, was du von ihm möchtest, wenn du es über eine Schüssel, das Waschbecken oder Klo hälst. Rede dabei einfach mit ihm und gib ihm auch gern ein Schlüssellaut zur Hilfe, zum Beispiel ein „pspspspspspspssssssss“. Bald schon wird dein Baby den Laut mit dem Abhalten verknüpfen und es wird ihm leicht fallen, sich in den von dir angebotenen Situationen zu lösen. Auch ist es möglich ein bestimmtes Handzeichen oder Wort einzuführen. Schau da einfach, was für euch passt. Weitere Standardsituationen die du nutzen kannst, sind:

    • Vor/nach dem Essen/stillen
    • Vor/nach dem Rausgehen
    • Vor/nach dem in die Trage nehmen

Viele Eltern berichten zu ihrem TöpfchenTeamwork, dass sie sich ihre Intuition nach und nach immer mehr gemeldet hat und sie immer öfter eine Ahnung haben, wann das Baby mal muss, kennst du das auch?

ttbux by Dachskind

Wann starte ich?

Dann, wenn es sich für dich stimmig anfühlt. Dein Baby ist ab Geburt bereit und möchte mit dir kommunizieren. Du kannst dich darauf einlassen, sobald du dich dafür bereit fühlst – gleich am ersten Tag oder erst nach ein paar Wochen oder Monaten – ihr könnt immer zueinander finden und euer TöpfchenTeamwork starten. Je nachdem, wie alt dein Baby ist, bieten sich unterschiedliche Abhaltepositionen an. Neugeborene können durchaus im Liegen abgehalten werden. Leg dabei einfach eine Mullwindel zwischen die Beine, so kannst du alles auffangen. Wenn dein Baby schon in sich etwas mehr Körperspannung hat, kannst du es zum Beispiel in Wiegehaltung nehmen und über ein Töpfchen halten. Auch beim Stillen klappt das Abhalten oftmals gut, da das Stillen beim Entspannen hilft. Du kannst dein Baby auch vor dich halten, so dass sein Rücken und Kopf an deiner Brust gut gestützt sind. Du selber hältst dein Baby an den Oberschenkeln und kannst auch noch die Füße etwas stützen. So stellt ihr euch übers Waschbecken, setzt euch auf den Badewannenrand oder aufs Klo. Kann dein Baby selber sitzen, kannst du auch schon das Töpfchen anbieten. Dazu hilft, ein tolles Spielzeug, das Lieblingsbuch oder was immer ihr gerade Spannendes im Fokus habt. Probiert, was für euch passt, seid kreativ und scheut euch nicht, wenn mal etwas daneben geht. Urin der kleinen Menschen besteht fast nur aus Wasser und riecht kaum. Er lässt sich super mit einem Lächeln wegwischen.    

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Voll- oder Teilzeit-TöpfchenTeamwork?

Ob ihr immer und überall abhalten möchtet oder nur zu Hause oder nur einmal am Tag oder, oder, oder – das legt ihr ganz allein für euch fest! Stresst dich das Abhalten gerade, weil du den Kopf ganz woanders hast? Nutz ein Backup und nimm den Druck raus. Euer Kind geht halbtags in die Betreuung? Kein Problem, ihr könnt trotzdem zu Hause abhalten. Einmal pro Tag reicht letzten Endes schon aus, um das Gespür deines Babys fürs kleine und große Geschäft wachzuhalten. Auch hier gilt, wenn sich Druck aufbaut, einfach einen Schritt zurückgehen und durchatmen. Es wird eh immer mal Phasen geben, in denen dein Baby oder Kleinkind absolut keinen Kopf für dieses Thema hat. Vielleicht kann es sich grad frisch auf den Bauch drehen, sitzen, krabbeln oder laufen. Die Zähne kommen durch, Beikost probieren ist spannend, die ersten Worte wollen ausprobiert werden und und und. Die Welt ist für dein kleines Wunder jeden Tag aufs Neue mit so vielen neuen Erlebnissen gefüllt, da kann das Pipi schon mal zur Nebensache werden. Es kann auch sein, dass sich die Kommunikation von einem auf den anderen Tag ändert, Zeichen plötzlich weg sind und nichts mehr klappt. Was dann tun? Stehenbleiben, durchatmen und lächeln. Mit innerer Gelassenheit und Leichtigkeit findet ihr bestimmt wieder zueinander.

Was brauche ich fürs TöpfchenTeamwork?

Eigentlich brauchst du nur deinen achtsamen Blick auf dein Kind. Gleichzeitig gibt es mittlerweile immer mehr tolle WindelfreiKleidung fürs TöpfchenTeamwork. Denn, wenn du öfter mal an die Windel möchtest, um dein Baby abzuhalten, ist es auf dauer mit Hose, Body und Windel ganz schön fummelig. Sogenannte Splitpants haben im Schritt einen Schlitz, der sich schnell öffnen lässt zum Abhalten. Sie eignen sich super, wenn du ohne Backup unterwegs bist. Cowboypants haben ein Loch im Schritt. Du kannst darunter oder darüber eine sogenannte Abhaltewindel ziehen. Diese lässt sich meist mit einer Hand öffnen und bleibt mit einem Bauchgurt am Kind, so dass sie beim Abhalten nicht komplett verrutscht. Mit der TöpfchenTeamworkBux vom Dachskind hast du sowohl Abhaltehose als auch Abhaltewindel in einem Kleidungsstück. So wird das Abhalten wirklich leicht und schnell, denn du brauchst gar nichts ausziehen, um sie öffnen zu können.

Probiere es aus!

Schau sie dir doch gleich mal im Baumwollbaby-Shop an! Dort ist sie jetzt ganz frisch zum Mieten eingezogen. So kannst du sie ausprobieren und schauen, ob sie für euer TöpfchenTeamwork passt!

Ich wünsche dir jetzt schon viel Freude bei eurem TöpfchenTeamwork!

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